Strange New Worlds S04E09 – „Once La'an a Time“: Die Besprechung
Timo, Basti und Marcel besprechen die neunte Folge der vierten Staffel von Strange New Worlds, „Once La'an a Time“ (deutscher Titel: „Es La'an einmal“), ausgestrahlt am 17. September 2026 auf Paramount+. Regie führte Sydney Freeland, die schon die Staffel-1-Folge „The Elysian Kingdom“ inszeniert hat und mit dieser Folge quasi an den Ort ihres Einstiegs zurückkehrt. Das Drehbuch stammt von Onitra Johnson, die seit fast 30 Folgen als Autorenassistentin bei Strange New Worlds arbeitet und hier ihren ersten eigenen Credit bekommt. Auf einem rätselhaften, physikalisch unmöglichen flachen Planeten – nicht scannbar, mit Schwerkraft und atembarer Luft, aber blockierten Sensoren – landet ein kleines Außenteam um Pike, Spock, Pelia und La'an mitten im Märchenreich Elysium, das Fans schon aus der ersten Staffel kennen. Wieder müssen sie in die Rollen aus M'Bengas altem Kinderbuch schlüpfen, während La'an sich zugleich ihrer eigenen Doppelgängerin, Prinzessin Talia, und damit einem Konflikt stellen muss, den die Staffel schon länger mit sich herumträgt. Ab hier wird gespoilert.
Vorausgegangen ist ein Zwischenfall auf einer Hochzeit, bei dem La'an zwar einen orionischen Spion enttarnt, dabei aber unabsichtlich den Bräutigam mit dem Gesicht in die Hochzeitstorte gedrückt und das Brautkleid in Brand gesteckt hat. M'Benga findet auf der Krankenstation nichts an ihr und erklärt sie für dienstfähig, doch Pikes Nachfrage weicht sie aus. Nach Spocks Fund des rätselhaften Planeten wird ein kleines Team heruntergebeamt – La'an hat sich als Einzige schon vor dem Transport umgezogen. Im Schloss trifft die Gruppe auf einen Wachmann, der aussieht wie M'Bengas Doppelgänger und La'an als „Prinzessin Talia“ anspricht: dieselbe Märchenwelt aus M'Bengas Buch, die das Team schon in „The Elysian Kingdom“ erlebt hat. Per Funk erklärt M'Benga, er vermute, der Planet sei diesmal aufgetaucht, weil nicht er, sondern La'an gerade am meisten mit ihren Gefühlen ringe – eine Deutung, die sie brüsk abtut. Weil in dieser Folge, anders als beim letzten Mal, alles real und dauerhaft ist, entscheidet sich die Gruppe dazu, in ihren Märchenrollen mitzuspielen: Pike als Sir Armand Rout, Spock als Zauberer Pollux, Pelia als Herzogin und Verfasserin des Buches unter dem Namen Benny Russell – eine Anspielung auf die DS9-Folge „Far Beyond the Stars“, die dem Trio allerdings zu beiläufig eingestreut wirkt. Königin Neffe, die Doppelgängerin von Uhura, erkennt in Pike und Spock Teil einer Prophezeiung um den „Eisernen Drachen“ und verbannt beide in Gemälde. Auf der echten Enterprise schleichen sich derweil Rout und Pollux per Zauberbeamen ein, geben sich als Pike und Spock aus – anfangs sogar mit vertauschten Uniformfarben – und löschen reihenweise das Gedächtnis von Crewmitgliedern, sobald jemand Verdacht schöpft, während Pollux spürbar Zauberkraft verliert. Auf dem Planeten verfolgt derweil Prinz Dashing, der Doppelgänger von Kirk, an La'ans Seite eine Nebenquest um den längst verlorenen Schlüssel zu ihrer Kette, einem Andenken an ihren verstorbenen Vater. Beim Maskenball gesteht La'an ihm, dass der Prinzessinnen-Teil von ihr längst verschwunden und durch etwas Dunkleres ersetzt sei, wovor sie sich fürchte – Dashing versichert ihr, sie trotzdem zu lieben. Als der Vollmond aufgeht, entpuppt sich Dashing selbst als Werwolf und wird von Neffe in ein Bild verbannt, kurz bevor die echte Talia auftaucht und gesteht, ihn genau deswegen geliebt zu haben. Neffe erkennt darin die Lösung für ihr eigenes Problem: Licht muss auf Schatten treffen. Per Fingerschnippen zieht sie La'an und Talia beiden die Seele heraus, trinkt den Trank und verkündet, der einzige Weg, einen Drachen wirklich zu besiegen, sei, selbst einer zu werden – und verwandelt sich. Im All greift der Drache die Enterprise an, während Rout als vermeintlicher Pike eine Rede hält und Pollux befiehlt, mit allem zu feuern. Auf dem Planeten weckt Hund Runa die ohnmächtige La'an, die wütende Talia greift sie an, und beide merken im Schwertkampf, dass ihre Gefühle exakt vertauscht sind – La'an spürt zum ersten Mal seit Wochen wieder echten Schmerz. Statt weiterzukämpfen, trinken beide gemeinsam aus demselben Gefäß; oben schlägt Pollux eine Schockwelle, die den Drachen zurückwirft, während ein Strahl vom Planeten Neffe zurückverwandelt. Die Tarnung von Rout und Pollux fliegt auf, Una überführt beide trocken. Im Epilog werden alle aus den Gemälden befreit, Talia wird neue Königin und will Elysium künftig verborgen halten, Pelia bleibt zurück, um das Planeten-Schiff zu erforschen – laut Drehbericht ihr letzter regulärer Auftritt, ohne dass die Folge das je ausspricht. Runa wird an Bord gebeamt, weil Prinz Dashing gegen Hunde allergisch war, und La'an holt die Kette ihres Vaters hervor – offenbar war die Geschichte dazu echt. Zum Schluss trifft sich La'an mit dem echten Kirk auf ein erstes, unsicheres Date in der Bordbar.
Bei der Bewertung liegen Timo, Basti und Marcel diesmal deutlich auseinander: Timo und Marcel vergeben jeweils eine 7, Basti eine 5. Marcel gefällt die Folge grundsätzlich, vor allem der aufwendig inszenierte Kampf zwischen Drache und Enterprise, doch inzwischen fehlt ihm nach acht Genre-Ausflügen in Folge wieder klassischere Star-Trek-Handlung. Basti lobt handwerklich Sydney Freelands Regie – sie arbeitet durchgehend mit langen Brennweiten und geringer Schärfentiefe, um den Fokus während der Dialoge direkt in der Kamera statt im Schnitt zu verschieben –, kritisiert aber offene Fragen zu Pelias Abschied, zur Herkunft des Planeten-Schiffs und dazu, wie ein Drache im All überhaupt fliegen kann. Vor allem stört ihn, dass La'ans über die ganze Staffel aufgebauter innerer Konflikt hier binnen einer Folge per Magie aufgelöst wird – für ein derart komplexes Problem eine zu einfache Lösung. Timo tat sich beim ersten Sehen ebenfalls schwer, wurde nach etwas Recherche aber versöhnlicher gestimmt und hebt hervor, wie stimmig sich La'ans Entwicklung innerhalb der Folge anfühlt, auch wenn er sich die Geschichte lieber in eine bereits bestehende Folge integriert statt als eigene Episode gewünscht hätte. Erwähnt wird außerdem, wie fordernd der finale Schwertkampf für Christina Chong war, die darin beide Gegnerinnen selbst spielen musste – laut eigener Aussage zog sich der Dreh bis drei Uhr morgens, inklusive eines kurzen Erschöpfungszusammenbruchs. Zum Ausklang blicken die drei auf das Staffelfinale voraus, „Tomorrow's Enterprise“: Ein Zeitreise-Element steht im Raum, doch alle drei rechnen eher mit einer Zukunftsversion der bekannten Enterprise samt vertrauter Crew als mit einem echten Cameo einer neuen Enterprise-Generation.
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